Klimalügen & Faktencheck

By Fresopolis

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Pflügen, ist das wirklich sinnvoll?

Nutzen und Schaden dieser Methode

Das Pflügen eines Ackers – also die wendende, tiefe Bodenbearbeitung auch Tillage genannt – hat vielfältige Auswirkungen auf den Boden:

Positive Effekte:

Die Bodenstruktur wird zunächst gelockert und gekrümelt, was die Durchlüftung und Wasserinfiltration verbessert.
Ernterückstände, Unkraut und organisches Material werden eingearbeitet, wodurch Nährstoffe besser verfügbar werden und Schädlinge sowie Unkraut reduziert werden können.
Die Keimbedingungen für Kulturpflanzen werden optimiert, da ein feines Saatbett entsteht.

Negative Folgen:

Die Bodenfauna, insbesondere Regenwürmer und andere Bodenlebewesen, wird stark gestört oder dezimiert, was die biologische Aktivität im Boden verringert.
Die intensive Durchmischung und Belüftung fördert den schnellen Abbau von Humus und organischer Substanz, wodurch langfristig die Bodenfruchtbarkeit abnimmt und mehr CO₂ freigesetzt wird.
Die vegetationslose Oberfläche nach dem Pflügen ist bis zum Aufwuchs der nächsten Kultur schutzlos gegenüber Wind- und Wassererosion. Das Risiko von Bodenerosion und Verschlämmung steigt deutlich an, insbesondere auf geneigten Flächen.
Wiederholtes Pflügen in gleicher Tiefe führt zur Bildung einer sogenannten „Pflugsohle“ – einer verdichteten Schicht unterhalb der gelockerten Zone. Diese behindert das Eindringen von Wasser, Nährstoffen und Wurzeln in tiefere Bodenschichten und verschlechtert die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens.
Die Biodiversität im Boden sinkt, das ökologische Gleichgewicht wird gestört, und die Anfälligkeit für Nährstoffauswaschung steigt.
Pro Hektar werden beim Pflügen etwa 3 Tonnen CO₂ freigesetzt.

Saatbett

Noch ein paar Fakten:

TDer Verlust durch Erosion auf landwirtschaftlichen Feldern in Deutschland beträgt jährlich im Durchschnitt zwischen 1,4 und 3,2 Tonnen Boden pro Hektar. Dieser Wert liegt deutlich über der natürlichen Neubildungsrate von Boden, die bei etwa 0,3 bis 1,4 Tonnen pro Hektar und Jahr liegt. Weltweit gehen durch Erosion – hauptsächlich verursacht durch Regenfälle – jährlich etwa 36 Milliarden Tonnen Boden verloren. Die Erosion betrifft insbesondere Regionen mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung, etwa in Südamerika, Südostasien und Äquatorialafrika.

Global sind mehr als ein Drittel der landwirtschaftlich genutzten Flächen von Degradation betroffen, und weltweit gelten 25 % der Böden als stark eingeschränkt in ihren Funktionen bedingt durch die langfristigen negativen Folgen.

Fazit

Pflügen erleichtert kurzfristig die Bodenbearbeitung und schafft günstige Bedingungen für die Aussaat, hat aber langfristig oft negative Auswirkungen auf Bodenleben, Humusgehalt, Erosionsanfälligkeit und Bodenstruktur. Moderne Ansätze setzen daher zunehmend auf reduzierte oder konservierende Bodenbearbeitung, um die Bodengesundheit zu erhalten.

Autor: Francesco del Orbe

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